Du wachst morgens auf und denkst dir direkt: „Boah… schon wieder dieser blöde Job.“ Trotzdem stehst du auf, steigst ins Auto oder aufs Rad und versuchst dich selbst zu beruhigen: „Eigentlich sollte ich mich nicht beschweren…“
Du hast einen Job, dein Konto passt und vielleicht sogar eine Beziehung. Im Großen und Ganzen läuft dein Leben. Trotzdem ist da dieser Gedanke: „Irgendwas stimmt hier nicht.“ Es ist kein klares Problem, nichts, worauf du direkt zeigen könntest, eher ein Gefühl, das sich nicht richtig greifen lässt.
Und genau das ist das Schwierige daran: Es ist nicht schlimm genug, um etwas zu verändern, aber stark genug, um dich genau davon abzuhalten, wirklich etwas zu ändern.
Denk mal an gestern. Weißt du, was du wirklich erlebt hast? Wahrscheinlich nicht. Dein Kopf ist nämlich längst beim nächsten Schritt. Du denkst darüber nach, was in zwei Jahren sein könnte oder was du nächste Woche noch erledigen musst. Währenddessen gehst du einfach durch deinen Tag. Nichts begeistert dich wirklich, aber nichts fühlt sich auch richtig schlimm an. Alles ist einfach… normal.
Im Urlaub sitzt du auf der Terrasse und schaust in den Sonnenuntergang. Es ist ruhig, so ruhig, dass du anfängst nachzudenken. „Jetzt mal ehrlich, ist das wirklich mein Leben?“ Dieser Gedanke kommt nicht zum ersten Mal. Nach langen Arbeitstagen oder am Sonntag, wenn du im Bett liegst, ist er plötzlich wieder da. Immer dann, wenn es kurz still wird.
Aber jedes Mal schiebst du ihn zur Seite. Du sagst dir: "Wahrscheinlich bin ich einfach nur müde." und "Es geht sicher jedem so... ich sollte mich nicht beschweren." So gewöhnst du dich Schritt für Schritt an ein Leben, das sich nie wirklich richtig anfühlt.